6 Grundsätze für gutes Website-Design

Gutes Website-Design muss nicht spektakulär aussehen. Es muss funktionieren. Besucher sollten innerhalb weniger Sekunden verstehen, worum es auf einer Seite geht, die wichtigsten Informationen finden und ohne unnötige Hindernisse den nächsten Schritt machen können.

Dabei gehören Gestaltung, Benutzerfreundlichkeit und Technik zusammen. Eine optisch beeindruckende Website bringt wenig, wenn Nutzer auf dem Smartphone nicht zurechtkommen, wichtige Inhalte übersehen oder die Seite unnötig langsam lädt.

Diese sechs Grundsätze zeigen, was gutes Webdesign ausmacht und worauf Sie bei einer neuen oder bestehenden Website achten sollten.

1. Jede Seite braucht ein klares Ziel

Bevor Farben, Schriftarten oder Bilder ausgewählt werden, sollte klar sein, welche Aufgabe eine Seite erfüllt.

Eine Produktseite soll beispielsweise ein Produkt erklären und zum Kauf führen. Ein Ratgeber beantwortet eine konkrete Frage. Eine Kontaktseite soll die Kontaktaufnahme möglichst einfach machen.

Problematisch wird es, wenn eine Seite gleichzeitig alles sein möchte.

Besucher sollten schnell erkennen können:

  • Worum geht es auf dieser Seite?
  • Ist der Inhalt für mich relevant?
  • Was kann oder soll ich hier tun?

Das gilt besonders für Besucher, die direkt über Google, Social Media oder eine Werbeanzeige auf einer Unterseite landen. Sie kennen die Website möglicherweise noch überhaupt nicht.

Eine gute Seite benötigt deshalb einen klaren Einstieg mit einer eindeutigen Hauptüberschrift und einem Inhalt, der unmittelbar zur jeweiligen Such- oder Nutzerintention passt.

Unnötige Elemente konsequent entfernen

Jedes zusätzliche Element konkurriert um Aufmerksamkeit.

Dekorative Grafiken, Slider, Animationen, Pop-ups und zusätzliche Buttons können sinnvoll sein. Sie sollten aber eine konkrete Aufgabe erfüllen.

Fragen Sie sich bei jedem Element:

Hilft es dem Besucher beim Verstehen, Orientieren oder Handeln?

Wenn die Antwort Nein lautet, kann es meistens entfernt werden.

2. Eine klare visuelle Hierarchie erleichtert das Erfassen

Webseiten werden selten Wort für Wort von oben nach unten gelesen. Besucher überfliegen Inhalte und suchen nach Punkten, die für sie relevant sind.

Das Design sollte diese Orientierung unterstützen.

Dazu gehören:

  • eine eindeutige H1 als Hauptüberschrift,
  • sinnvoll abgestufte Zwischenüberschriften,
  • gut lesbare Schriftgrößen,
  • ausreichende Abstände zwischen Elementen,
  • klar erkennbare Buttons und Links,
  • kurze Absätze und strukturierte Inhalte.

Wichtige Informationen dürfen visuell stärker gewichtet werden als ergänzende Details.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alles bunt, fett oder besonders groß sein muss. Wenn jedes Element Aufmerksamkeit verlangt, besitzt am Ende kein Element mehr Priorität.

Lesbarkeit ist wichtiger als Designspielereien

Schriftart und Farbwahl sollten zuerst der Lesbarkeit dienen.

Zu geringe Kontraste, sehr kleine Texte oder verspielte Schriftarten erschweren die Nutzung unnötig. Dasselbe gilt für breite Textblöcke, bei denen Besucher auf großen Bildschirmen über sehr lange Zeilen lesen müssen.

Ein ruhiges Layout mit klaren Abständen wirkt häufig professioneller als eine Seite, die versucht, jeden verfügbaren Pixel zu gestalten.

Besucher sollten nicht darüber nachdenken müssen, wie eine Website funktioniert.

Eine gute Navigation verwendet deshalb Begriffe, die Nutzer erwarten und verstehen. Kreative Bezeichnungen können interessant wirken, sind aber wenig hilfreich, wenn niemand erkennt, was sich dahinter befindet.

Die Hauptnavigation sollte sich auf die wichtigsten Bereiche konzentrieren. Nicht jede Unterseite benötigt einen eigenen Menüpunkt.

Bei größeren Websites übernehmen zusätzlich interne Links einen wichtigen Teil der Nutzerführung.

Sie verbinden zusammengehörige Inhalte und ermöglichen es Besuchern, vom aktuellen Thema sinnvoll weiterzugehen.

Eine klare Struktur hilft gleichzeitig dabei, wichtige Seiten nicht tief innerhalb der Website zu verstecken.

Das Logo sollte zurück zur Startseite führen

Viele Nutzer erwarten, dass ein Klick auf das Logo zur Startseite führt. Solche etablierten Konventionen sollte ein Design nicht ohne guten Grund verändern.

Dasselbe gilt für typische Elemente wie Warenkorb, Suchfunktion, Menü oder Kontaktmöglichkeiten.

Gutes Webdesign muss nicht jedes bekannte Bedienmuster neu erfinden. Menschen wollen eine Website benutzen und keinen Eignungstest absolvieren.

4. Eine gute Website funktioniert auf jedem Bildschirm

Responsive Design gehört heute zur Grundausstattung einer Website.

Dabei reicht es nicht, wenn sich ein Desktop-Layout auf einem Smartphone lediglich irgendwie verkleinert.

Auf kleineren Displays müssen unter anderem folgende Punkte funktionieren:

  • Navigation und Menüs,
  • Schriftgrößen und Zeilenabstände,
  • Buttons und andere klickbare Elemente,
  • Formulare,
  • Tabellen,
  • Bilder und Videos,
  • Abstände zwischen Elementen.

Gerade umfangreiche Seiten sollten deshalb immer auf echten Smartphones getestet werden und nicht ausschließlich über eine verkleinerte Browseransicht am Desktop.

Barrierefreiheit gehört zur Benutzerfreundlichkeit

Auch Barrierefreiheit sollte bereits beim Design berücksichtigt werden.

Dazu gehören beispielsweise ausreichende Farbkontraste, nachvollziehbare Überschriftenstrukturen, verständliche Linktexte und eine Bedienung, die nicht ausschließlich von Mausbewegungen oder visuellen Effekten abhängt.

Viele dieser Maßnahmen helfen nicht nur Menschen mit Einschränkungen. Sie machen eine Website insgesamt einfacher und eindeutiger bedienbar.

5. Geschwindigkeit ist Teil des Website-Designs

Eine Website kann hervorragend gestaltet sein und trotzdem eine schlechte Nutzererfahrung bieten, wenn Besucher lange auf Inhalte warten oder sich das Layout während des Ladens ständig verschiebt.

Performance sollte deshalb nicht erst nach Fertigstellung des Designs geprüft werden.

Besonders häufig verursachen folgende Elemente unnötige Belastung:

  • zu große Bilder,
  • automatisch geladene Videos,
  • unnötige Webfonts,
  • umfangreiche Animationen,
  • externe Tracking- und Marketing-Skripte,
  • zu viele Plugins und Widgets.

Oft verbessert eine technische Vereinfachung gleichzeitig das Design. Weniger unnötige Elemente bedeuten weniger Ablenkung und meistens auch weniger Code.

Eine ausführliche technische Checkliste finden Sie in unserem Guide zur Website-Geschwindigkeit und Webseiten-Optimierung.

6. Gutes Webdesign führt Besucher zum nächsten Schritt

Eine geschäftliche Website verfolgt normalerweise ein Ziel.

Das kann ein Kauf, eine Anfrage, eine Registrierung, ein Download oder der Aufruf eines weiteren Inhalts sein.

Dieses Ziel sollte bereits bei der Gestaltung berücksichtigt werden.

Call-to-Actions helfen dabei, den nächsten sinnvollen Schritt sichtbar zu machen. Wichtig ist allerdings, dass nicht fünf unterschiedliche Aktionen gleichzeitig um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Ein guter CTA ist:

  • inhaltlich eindeutig,
  • visuell erkennbar,
  • an einer sinnvollen Stelle platziert und
  • für die aktuelle Seite relevant.

Ein Besucher, der gerade einen ausführlichen Ratgeber liest, benötigt möglicherweise eine andere Handlungsaufforderung als jemand auf einer konkreten Produktseite.

Vertrauen gehört ebenfalls zur Conversion

Bevor Besucher eine Handlung ausführen, müssen sie der Website und ihrem Betreiber ausreichend vertrauen.

Je nach Angebot können beispielsweise folgende Elemente helfen:

  • vollständige Kontaktinformationen,
  • transparente Preise und Bedingungen,
  • Bewertungen oder nachvollziehbare Referenzen,
  • klare Informationen zum Anbieter,
  • sichere und bekannte Zahlungsmöglichkeiten,
  • realistische Aussagen statt übertriebener Werbeversprechen.

Gutes Conversion-Design bedeutet deshalb nicht, möglichst viele auffällige Buttons einzubauen. Es reduziert Unsicherheit und macht den nächsten Schritt einfach.

Wie erkennt man gutes Website-Design?

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Sieht diese Website modern aus?“

Sinnvoller ist eine funktionale Prüfung.

Eine gute Website sollte folgende Fragen möglichst mit Ja beantworten:

  • Versteht ein neuer Besucher sofort, worum es geht?
  • Sind wichtige Informationen leicht zu finden?
  • Ist die Seite auch auf Smartphones problemlos nutzbar?
  • Sind Texte und Bedienelemente gut lesbar?
  • Lädt die Website schnell und stabil?
  • Gibt es einen klar erkennbaren nächsten Schritt?
  • Wirkt die Seite vertrauenswürdig?
  • Kann der Besucher weitere relevante Inhalte einfach erreichen?

Wenn mehrere dieser Punkte nicht erfüllt sind, hilft meistens kein neues Farbschema. Dann liegt das Problem tiefer in Struktur, Inhalt oder Nutzerführung.

Website-Design und Traffic müssen zusammenpassen

Eine gut gestaltete Website erzeugt nicht automatisch Besucher. Umgekehrt bringt zusätzlicher Traffic wenig, wenn Nutzer auf einer unübersichtlichen oder technisch problematischen Zielseite landen.

Deshalb sollten Reichweite und Website-Qualität nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Wer bereits eine funktionierende Website besitzt und anschließend deren Reichweite ausbauen möchte, findet in unserem Ratgeber zum Thema Website-Traffic erhöhen die wichtigsten organischen und bezahlten Möglichkeiten.

Fazit: Gutes Webdesign löst Aufgaben

Gutes Website-Design verbindet Gestaltung mit Funktion.

Eine erfolgreiche Website ist klar strukturiert, leicht lesbar, intuitiv bedienbar, mobil nutzbar und technisch schnell. Gleichzeitig unterstützt sie Besucher dabei, die gesuchten Informationen zu finden und den nächsten sinnvollen Schritt auszuführen.

Trends, Farben und visuelle Stile können sich ändern. Diese grundlegenden Anforderungen bleiben bestehen.

Wer eine Website optimieren möchte, sollte deshalb nicht zuerst fragen, wie sie moderner aussehen kann, sondern wo Nutzer aktuell unnötig suchen, warten oder abbrechen.
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